Raum der Namen

Im "Raum der Namen" stehen die Opfer und ihre Schicksale im Mittelpunkt. Die unfassbare und damit zwangsläufig abstrakte Zahl von sechs Millionen Ermordeten soll hier greifbar gemacht und die Opfer aus ihrer Anonymität herausgelöst werden. Dies wird über eine Multimedia-Installation erreicht, bei der zu ausgewählten Menschen dessen Name und Geburts- und Sterbejahr jeweils zeitgleich auf die vier Wände projiziert werden. Ein Sprecher verliest dazu eine Kurzbiographie und gibt Auskunft über die Umstände des Todes.
Die Projektion erfolgt dabei zeitgleich über vier an den Wänden befestigte Beamer. Die Art und Weise des Abspielens, aber auch die Reihenfolge der einzelnen Biographien spielen eine zentrale Rolle für die Wirkung und Aussage dieser Installation. Das Ein- und Ausblenden der Namen und das Abspielen der Sprechertexte geschieht daher langsam und lässt genügend Raum und Pausen für das Gedenken.
Die Reihenfolge der Einspielungen wird von einem zentralen Rechner aus gesteuert. Ziel ist es dabei, zum einen über die Abfolge der Biographien die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Betroffnen und ihrer Schicksale zu zeigen, andererseits besteht aber auch die Möglichkeit, gezielt bestimmte Biographien mit gemeinsamen Charakteristiken zu präsentieren, beispielsweise einen Herkunftsland oder aber einem bestimmten Sterbeort oder -datum.
Ermöglicht wird dies durch ein eigens entwickeltes Spielplan-Tool, mit dem die Historiker selbst Abspiellisten nach bestimmten Kriterien zusammenstellen können. Wird kein spezieller Abspielplan erstellt, generiert das Programm automatisch bei jedem Start eine Default-Abspielliste, in der die Namen von der Software so sortiert werden, dass sich Biographien verschiedenen Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters abwechseln. Die genaue Zeit und Zeitdauer, in der die erstellten Abspiellisten gespielt werden soll, kann in einem Spielplan festgelegt werden.
Die Datengrundlage der Anwendung bildet eine Datenbank, in der neben den für die Projektion relevanten auch zusätzliche, für die Historiker wichtige Informationen enthalten sind. Über ein CMS kann diese Datenbank jederzeit aktualisiert und ergänzt werden. Zur Zeit sind knapp 1.000 Namen eingetragen, geplant ist jedoch eine stetige Erweiterung des Bestands. Soundfiles und Grafiken werden über die Steuerungssoftware automatisch mit dem entsprechenden Datensatz verknüpft und abgespielt. 
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