Film-DVD zum Holocaust-Denkmal

"Man kann sich dem Holocaust, diesem Verbrechen und auch diesem unermesslichen Verlust von Menschenleben gar nicht anders nähern als durch ein abstraktes Kunstwerk", so Peter Eisenman, der Architekt des Denkmals für die ermordeten Juden Europas. Das von ihm entworfene Stelenfeld gibt bewusst nicht vor, was Menschen beim Durchwandern der sich vertiefenden Gänge zu empfinden haben. Unter dem Denkmal jedoch, im Ort der Information, wird die Abstraktion der Stelen aufgehoben. Hier geht es darum, den Opfern ein Gesicht und eine Stimme zu verleihen. 

Der Film "Ein deutsches Denkmal - Wie gedenkt man sechs Millionen ermordeter Juden" gibt einen Einblick in diese beiden, jeweils auf ihre ganz eigene Weise zutiefst beeindruckenden Ebenen des Denkmals. Der 30-minütige Dokumentarfilm, produziert von der MMCD als offizielle DVD zum Denkmal, nimmt die Betrachter mit auf einen virtuellen Rundgang durch das Stelenfeld und den Ort der Information. Sie tauchen ein in die dichte Atmosphäre der Räume, erleben die Reaktionen der Besucher und erfahren Hintergründe zur Entstehung und Konzeption des Denkmals von der Initatorin Lea Rosh, den beteiligten Historikern und der Ausstellungsdesignerin Dagmar von Wilcken.
Filmsprache unterstützt behutsame Auseinandersetzung Die sensible Thematik und die ganz eigene Architektur und Atmosphäre des Denkmals erfordern eine spezielle Filmsprache: Zurückhaltende Ausleuchtung, ruhiger Wechsel von Interviewsequenzen mit Kamerafahrten, Raumansichten und Nahaufnahmen und vor allem die Vertonung durch eigens komponierte Filmmusik spiegeln die einzigartige Stimmung des Denkmals wider. Der Film unterstützt so die sensible Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust und das Erinnern an die persönlichen Schicksale der Opfer.
Ungewöhnlich: Verzicht auf Sprecher Ein ungewöhnliches Konzept wurde für die Vertonung des Films realisiert: Er verzichtet komplett auf Sprecher aus dem Off. Originaltöne und Interviews bilden stattdessen das akustische "Rückgrat" der Dokumentation. Die Stimmen der Besucher spiegeln die unterschiedlichen Meinungen und Eindrücke zum Denkmal wider, die Stimmen der Historiker erzählen von den Inhalten der Ausstellung und berichten von ihren Erfahrungen. Diese direkten Kommentare schaffen Nähe. Sie vermitteln die Emotionen, die das Denkmal bei allen weckt, die sich mit ihm auseinandersetzen.
DVD mit ROM-Teil Die Filmdokumentation ist Teil einer DVD, die neben dem Videoteil auch über einen umfangreichen ROM-Teil verfügt. Kernstück des ROM-Teils bildet ein virtueller Rundgang mittels interaktiver, miteinander vernetzter Panoramen. Sie erlauben es den Nutzern, in die Räume und Foyers "einzutauchen" und dort die Informationen zu den Themen der Ausstellung direkt abzurufen. Über einen interaktiven, dreidimensionalen Grundriss können einzelne Räume gezielt angewählt und mittels Panorama erkundet werden.
Alle Panoramen können um 360° / 180° (Sphärische Projektion) gedreht und stufenlos gezoomt werden. Ein kleiner Grundriss zeigt dabei jeweils den aktuellen Standpunkt und die Blickrichtung an und erleichtert so die Orientierung. Um die ruhige, getragene Atmosphäre des Ortes zu unterstützen, sind die Panoramen mit einem eigens komponierten, sehr zurückhaltenden "Raumsound" unterlegt.
In die Panoramen eingebettete "Hot Spots" führen zu Wissensmodulen in Form von Grafiken, Interaktionen, animierte Bildfolgen sowie Text-Bild-Informationen, die Hintergrundinformationen zur Intention der Räume, zum historischen Kontext oder der Gestaltung vermitteln. Struktur, Konzeption, Grafik, Programmierung und alle fotografischen Grundlagen der Panoramen und Bildelemente wurden von der MMCD entwickelt und erstellt. Alle Texte entstanden in Absprache mit den Historikern der Stiftung. 
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